MÜLL und ABFALL
 

Verfahren zur Quantifizierung von Geschäftsmüll

Als Geschäftsmüll wird jener Anteil des gewerblichen Abfalls bezeichnet, der nicht gesondert erfasst, sondern zusammen mit dem Hausmüll gesammelt wird. Aufgrund dieser gemeinsamen Erfassung ist eine Quantifizierung der Geschäftsmüllmenge kaum möglich. Die Kenntnis der Geschäftsmüllmenge ist aber von großer Bedeutung, um künftige Zuständigkeiten, Entsorgungswege und Behandlungskapazitäten festzulegen. Im Rahmen einer Studie entwickelte das ATZ Entwicklungszentrum ein neues Abschätzungsverfahren, um den Geschäftsmüllanteil im Hausmüll mit hinreichender Genauigkeit zu bestimmen. Es wurde eine einfache Korrelation zwischen dem Geschäftsmüllaufkommen und leicht verfügbaren statistischen Daten gesucht. Die Berechnungen ergaben, dass im betrachteten Gebiet das spezifische, also das auf den einzelnen Einwohner bezogene Aufkommen an hausmüllähnlichem Gewerbeabfall eine direkte Proportionalität zum Geschäftsmüllanteil im Hausmüll aufweist. Mit der vorgestellten Abschätzungsmethode steht nun ein Verfahren zu Verfügung, mit dem die Geschäftsmüllmenge – insbesondere in ländlichen Gebieten und in Städten kleinerer und mittlerer Größe – mit recht hoher Genauigkeit errechnet werden kann. Hierfür ist lediglich die Kenntnis der Gesamtmasse des Hausmülls, der Einwohnerzahl und der Gesamtmasse des hausmüllähnlichen Gewerbeabfalls nötig. Bei der Bestimmung der letztgenannten Größe liegt allerdings auch der Nachteil des Verfahrens, da die hier über verfügbaren Daten häufig sehr ungenau sind.

DOI: https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2006.10.01
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 1863-9763
Ausgabe / Jahr: 10 / 2006
Veröffentlicht: 2006-10-01

Seiten 512 - 518