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Bewertungs-System von Altdeponien in Brasilien
In Brasilien werden ca. 40,5 % des anfallenden Hausmülls dies entspricht ca. 96.300 Mg/d einer unsachgemäßen Entsorgung in unkontrollierten Deponien, einfachen Müllkippen oder in Sumpfgebieten zugeführt. In vielen Fällen ist damit das Risiko einer Gewässer- bzw. Grundwasserverschmutzung verbunden, da aufgrund von fehlenden Drainagesystemen das Sickerwasser direkt in den Boden gelangt oder in nahe gelegene Gewässer eingeleitet wird. Die Dynamik, der die städtischen Ballungsgebiete in Brasilien unterworfen sind, bewirkt in der Mehrzahl der Fälle eine stetige Notwendigkeit der Nutzung der vorhandenen Flächen. Damit werden auch vielfach ehemalige Müllplätze einer neuen Nutzung zugeführt, obwohl von ihnen eine allgemeine Gefährdung der Umwelt und der Anwohner im speziellen ausgehen kann.
In diesem Beitrag wird ein Bewertungssystem für Altdeponien vorgeschlagen, welches den besonderen Randbedingungen
in Brasilien angepasst ist.
Ein Schwerpunkt der aufgestellten Kriterien liegt dabei in der Beurteilung der potentiellen Gefährdung durch Sickerwasser. Die Beurteilung der Gefährdung erfolgt auf der Grundlage des Gesamtvolumens der Deponie, des Alters des dort letztmals abgelagerten Abfälle, des Abstandes der Deponiebasis zur Grundwasseroberfläche, der gesättigten hydraulischen Leitfähigkeit des Bodens, der Nähe zu Wohngegenden und zu gewerblich genutzten Flächen, der Topografie und Morphologie im Bereich der Deponie und des Wasserhaushaltes des Standortes.
Das Bewertungsresultat ist eine Zuweisung zu einer Gefährdungskategorie, in der dann die vorzunehmenden Maßnahmen definiert sind, die in Hinsicht auf die Schließung oder die nachträgliche Überwachung zu treffen sind.
Seiten 413 - 418
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.08.2006.413
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