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Ein Jahr nach der Zeitenwende Konsequenzen aus der TASi für die Entsorgungswirtschaft
Ein Jahr nach der rechtsverbindlichen Einführung der TASi fällt eine Bewertung dieses Einschnitts in der deutschen Entsorgungswirtschaft wesentlich leichter als in der aufgeregten Stimmung des letzten Sommers und Herbstes. Tatsächlich ist mit dem Deponieverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle der billigste aber auch der ökologisch bedenklichste Weg der Abfallentsorgung versperrt, so dass mindestens fünf Millionen Tonnen Abfälle im Jahr statt direkt auf Deponien zunächst in Behandlungs- oder Verbrennungsanlagen wandern. Das hatte deutlich steigende Preise zur Folge. Die Lage bei den Kapazitäten ist nach wie vor angespannt, doch es befinden sich derzeit Kapazitäten von mehr als acht Millionen Tonnen in Planung bzw. im Bau. Spätestens ab dem Jahr 2009/2010 ist deshalb nach dem derzeitigem Kenntnisstand wieder mit erheblichen Überkapazitäten bei Vorbehandlungs- und Verwertungsanlagen und mit sinkenden Behandlungspreisen zu rechnen. Die Diskussion über Kapazitäten verdeckt allerdings die wichtigste Folge der TASi: sie fördert die weitere Entwicklung der deutschen Entsorgungswirtschaft und sorgt dafür, dass die Bedeutung dieser deutschen Zukunftsbranche für die Rohstoff- und Energiesicherheit weiter zunimmt. Nachdem wir früher in Deutschland oft belächelt wurden wegen der vielen Mülltonnen in unseren Küchen, unserer typisch deutschen, disziplinierten Mülltrennung, überlegt man sich heute überall in der Welt, wie man mehr aus dem Abfall machen kann, als ihn nur zu deponieren. Dabei blickt man besonders nach Deutschland. Hier wurden strenge Umweltstandards in der Vergangenheit oft genannt, wenn es um Standortnachteile unseres Landes ging. Tatsächlich haben sie dazu geführt, dass die deutschen Entsorger und Recycler heute weltweit führend sind, was ihre Kompetenz und ihre Wirtschaftlichkeit anbelangt. Vom Knowhow, das die Unternehmen aufgebaut haben beim Sammeln, Sortieren, Wiederverwerten und Entsorgen von Abfall, werden sie gerade in einem sich zunehmend öffnenden europäischen Entsorgungsmarkt profitieren.
Seiten 522 - 524
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.10.2006.522
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