Inhalt » Archiv » Ausgabe 08/2007 » Emissionszertifikate für Müllverbrennungsanlagen

Emissionszertifikate für Müllverbrennungsanlagen

Möglichkeiten des Emissionshandels und der Anwendung von Klimaschutzinstrumenten

Für Betreiber von Müllverbrennungsanlagen bestehen nach wie vor ungeklärte Aspekte hinsichtlich der Regelungen des Emissionshandels. Der Rückgriff auf verlässliche Daten von CO2-Emissionen ist durch entsprechende Messsysteme möglich, allerdings besteht nach wie vor keine Regelung zur Bestimmung der klimawirksamen Emissionen. Eine separate Bestimmung der biogenen Anteile erscheint für jede Anlage notwendig und damit verbunden ein sehr anspruchsvolles Monitoring.

Die Zuteilung auf historischer Basis birgt hohe Gefahren für die Anlagenbetreiber. Aufgrund des Entsorgungsauftrags und der damit verbundenen Abhängigkeit von den zu behandelnden Abfallmengen können sowohl positive wie auch negative Effekte auftreten. Dies kann allerdings keine Basis für die wirtschaftliche Arbeitsweise von öffentlichen Entsorgungsträgern sein.

Auf den Kohlenstoffanteil im Abfall und dessen Umsetzung zu CO2 während des Verbrennungsprozesses kann kaum Einfluss genommen werden, so dass Emissionsminderungen lediglich durch Substitution fossiler Energieträger inner halb der Anlagenprozesse erfolgen können. Diese Möglichkeiten sind in den untersuchten Anlagen nahezu ausgeschöpft, so dass erhebliche Probleme entstehen werden, die festgelegten, jährlichen Emissionsminderungen herbeizuführen. Da die substituierte Energie im Rahmen des Emissionshandels nicht in Form von Zertifikaten gutgeschrieben wird, sondern lediglich eingesparte CO2-Emissionen innerhalb der Anlage als Gutschriften verbucht werden, bietet der Emissionshandel in seiner jetzigen Form für Betreiber von Müllverbrennungsanlagen keine Anreize zu Anlagenoptimierungen.

Diese können die projektbezogenen Mechanismen bieten. Bisher gibt es im Bereich der Abfallwirtschaft außer für Deponiegasprojekte aber keine anerkannten Methodologien. Diese müssen neu entwickelt werden. Die Anerkennung der entwickelten Methodologie ist mit Unsicherheiten und hohem Aufwand verbunden und kann zu Kosten ohne Effekt führen. Im weiteren Projektverlauf muss noch geklärt werden, welche Ansprüche der Anlagenbetreiber integriert werden müssen und welchen Aufwand die Realisierung von Klimaschutzprojekten darstellt.

Seiten 372 - 379

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.08.2007.372

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