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Gewerbeabfallentsorgung in Nordrhein-Westfalen seit dem 1. Juni 2005
Für die umweltgerechte Behandlung und Entsorgung von Siedlungsabfällen standen in Nordrhein-Westfalen fristgerecht zum 1. Juni 2005 flächendeckend ausreichende Behandlungskapazitäten zur Verfügung. Berichte über Entsorgungsengpässe
beschränkten sich für Nordrhein-Westfalen hauptsächlich auf die privatwirtschaftlich entsorgten Gewerbeabfälle.
Um die seit dem 1. Juni 2005 eingetretenen Veränderungen zu erfassen, hat das Umweltministerium in Kooperation mit den Verbänden der Entsorgungswirtschaft BDE, bvse und VKS im VKU zwei Umfragen bei Betreibern von Sortier- und Aufbereitungsanlagen für Gewerbe- und Baumischabfälle, MBA-Betreibern sowie Betreibern mechanischer Aufbereitungsanlagen für Siedlungsabfälle durchgeführt. Im Rahmen der 1. Umfrage wurden die Mengenströme und Entsorgungswege im Zeitraum vom 1. Juni bis 31. Dezember 2005 erfasst. Über die Zusatzerhebung wurde die Markteinschätzung der Entsorgungsunternehmen im Zusammenhang mit einem möglichen Zubau von thermischen Kapazitäten abgefragt.
An den freiwilligen Umfragen haben sich ca. 60 % der Anlagenbetreiber von Nordrhein-Westfalen beteiligt. Auf die seit dem 1. Juni 2005 begrenzten Möglichkeiten zur Entsorgung des Anlagenoutputs haben viele Anlagenbetreiber reagiert, in dem sie weniger Gewerbeabfälle angenommen haben. Für 61 gewerbliche Sortieranlagen konnte ein unmittelbarer Vergleich zwischen der Situation 2003 und nach dem 1. Juni 2005 vorgenommen werden. Der Mengenrückgang dieser Anlagen lag bei ca. 55 %.
Kundenberatung und technisch/logistische Optimierungen der Sortieranlagen haben dazu beigetragen, dass sich der Verwertungsanteil im Vergleich zu 2003 deutlich erhöht hat. Der Kostendruck wegen fehlender Entsorgungskapazitäten ermöglichte eine Preisgestaltung, die auf der Abfallerzeugerseite den Anreiz erhöht hat, die Getrenntsammlung von Wertstoffen zu intensivieren.
Absatzprobleme gab es seit dem 1. Juni 2005 insbesondere bei Ersatzbrennstoffen, die nicht die von der Zementindustrie und den Kraftwerken geforderten Qualitäten erreichen. Da die in Nordrhein-Westfalen bestehenden 16 Müllverbrennungsanlagen ihre Durchsatzmengen durch Heizwertoptierungen und bauliche/technische Maßnahmen erhöht haben, hat sich die Entsorgungssituation inzwischen weitgehend entspannt.
Seiten 340 - 345
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.07.2006.340
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