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Hausmüllentsorgung in Kairo – Ein Fallbeispiel

Im Großraum Kairo leben etwa 16 bis 20 Millionen Menschen bei einer sehr hohen Besiedlungsdichte. Die Entsorgung der Abfälle aus privaten Haushalten und Kleingewerbe wird in Kairo traditionell von Menschen der koptischen Minderheit durchgeführt. In diesem informellen Sektor sind etwa 60.000 Menschen beschäftigt, sehr viel mehr Menschen leben mittelbar von diesen Entsorgungsdienstleistungen. Durch die Sammlung und Sortierung sowie die Nutzung des Bioabfalls in der den Moslems verbotenen Schweinezucht werden sehr hohe Recyclingraten erreicht. Trotzdem bestehen gegenüber den „Zabbalin“, den christlichen Müllmenschen, soziale Ressentiments und Missachtungen auf Grund der „unreinen“ Tätigkeit und wohl auch aus religiösen Motiven. Um den Menschen, insbesondere den Kindern, eine Zukunftsperspektive zu geben, gibt es seit fast 40 Jahren eine überkonfessionelle, wesentlich von Deutschen getragene Initiative im Stadtteil Moytamadeia. Im Rahmen dieser Initiative wurden u. a. eine Schule sowie eine Nähschule für Mädchen gegründet.

Der Artikel beschreibt die Organisation der Entsorgung durch den informellen Sektor in Kairo sowie die Bemühungen von staatlicher Seite, den informellen Sektor durch moderne Formen der Entsorgungswirtschaft zu ersetzen. Ob diese Versuche erfolgreich sein können, ist auf Grund der bestehenden örtlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten noch nicht entschieden. Die Situation in Kairo ähnelt der in vielen anderen Entwicklungsstaaten, in denen die geringen Erlöse für Recyclingstoffe einen umfassenden Wirtschaftssektor entstehen ließen.

The agglomeration of Cairo has approximately 16 to 20 million inhabitants with a high population density. The waste generated by private households and small enterprises in Cairo is traditionally managed by members of the Coptic minority. This informal sector gives labour to appr. 60.000 people, many more have a living indirectly based on these services. Through collecting and sorting the mixed waste, and the use of biological waste for pig breeding forbidden for Moslems, very high recycling rates are reached. Nevertheless social disregard and disrespect against the “Zabbalin”, the Christian waste pickers, exist due to their “impure” work and probably for religious reasons. To give the people, especially the children, a perspective for their future, for nearly 40 years a Christian initiative exists in Moytamadeia. In the scope of this initiative a school and a sewing school for girls were established.

The article describes the organisation of the waste management by the informal sector in Cairo, as well as the efforts from governmental side, to replace the informal sector by modern forms of waste management. Due to the existing local and social conditions it’s not clear whether these experiments will be successful. The situation in Cairo is similar to many other cities in Developing countries, where the low results for recyclable materials a broad economic sector.

Seiten 58 - 64

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.02.2009.058

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