Inhalt » Archiv » Ausgabe 05/2006 » Möglichkeiten zur Verwertung von Deponiesickerwasser in der aeroben biologischen Abfallbehandlung

Möglichkeiten zur Verwertung von Deponiesickerwasser in der aeroben biologischen Abfallbehandlung

Die wesentliche Zielsetzung des Einsatzes von Deponiesickerwasser in der aeroben Mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) ist, neben der Feuchteregulierung im Rotteprozess, insbesondere die Verdampfung und der Austrag möglichst großer Wassermengen mit dem Reingas, um die alternativ dazu erforderlichen Kosten für die Abwasserbehandlung einzusparen. Zusätzlich sollen vergleichsweise gering belastete Kondensate innerhalb des biologischen Behandlungsprozesses getrennt erfasst und an Stelle des hoch belasteten Deponiesickerwassers abgeleitet und einer Abwasserbehandlung zugeführt werden.
Es wurde durch die vorgenommenen theoretischen Betrachtungen und Versuchsergebnisse belegt, dass diese Ziele bei der Realisierung eines entsprechend optimierten und anlagen- bzw. inputspezifischen Behandlungskonzeptes erreicht werden können. Dies trifft sowohl auf Anlagenkonzepte in Verbindung mit der Errichtung neuer Deponien als auch auf Ansätze mit entsprechender standortspezifischer Anpassung des Betriebs vorhandener Deponien (z. B. Anpassung der Einbauflächen) zu.
Aus den dargestellten Berechnungen und Versuchsergebnissen lässt sich ableiten, dass im Hinblick auf die Wasseraustragskapazität ca. 1.600 Liter Deponiesickerwasser pro Tonne eingetragener organischer Trockensubstanz in einer MBA verwertet werden können. Darüber hinaus sind im Einzelfall die spezifischen Auswirkungen dieses Vorgehens auf das Emissionsverhalten der Anlage sowie die Qualität der abzulagernden Feststoffe (Deponat) zu berücksichtigen.
Der Einsatz von Deponiesickerwasser als Brauchwasser in der aeroben mechanisch-biologischen Abfallbehandlung ist grundsätzlich wirtschaftlich möglich. Ob und in welchem Ausmaß dies umgesetzt werden kann, muss jedoch standort- und anlagenspezifisch im Einzelfall untersucht werden.

Seiten 231 - 235

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.05.2006.231

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