Inhalt » Archiv » Ausgabe 02/2006 » Müll ade: Abfall als energetisch genutzter Reststoff

Müll ade: Abfall als energetisch genutzter Reststoff

Hoher Ölpreis und Wende in der Entsorgungspolitik eröffnen neue Marktchancen

Der Clyvia Technology GmbH mit Sitz in Wegberg ist es gelungen, aus Altöl und Kunststoffabfällen hochwertiges Heizöl und Dieselkraftstoff zu erzeugen. Damit bietet das innovative Verfahren einen Ausweg aus der wachsenden Problematik bei der Abfallbeseitigung und sorgt vielleicht dafür, dass der Begriff „Müll“ in Zukunft neu definiert werden muss: als energetisch genutzter Reststoff. Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise und drastischer Einschnitte bei der Abfallentsorgung gewinnt die neuartige Technologie derzeit verstärkt an Bedeutung.
Seit dem 1. Juni 2005 dürfen Hausmüll und Gewerbeabfälle – sofern sie noch energetisch nutzbare Anteile beinhalten – nicht mehr unbehandelt auf Deponien gelagert werden. Vielmehr fordert der Gesetzgeber einen maximalen Grad der Abfallverwertung. Das Inkrafttreten der „TASi“ (Technische Anleitung Siedlungsabfall) hat dabei direkte Auswirkungen weit über die öffentlichen und privaten Entsorgungsunternehmen hinaus. Insbesondere das produzierende Gewerbe – und hier nicht zuletzt die kunststofferzeugende, kunststoffverarbeitende und kunststoffverwertende Industrie – sehen sich seither gezwungen, eigene wirtschaftliche Entsorgungskonzepte zu entwickeln: Der bisher praktizierten, vergleichsweise günstigen Entsorgung von Gewerbemüll auf kommunalen Mülldeponien wurde definitiv ein Riegel vorgeschoben. Ab sofort dürfen nur noch sortierte, vorbehandelte oder verbrannte Abfälle deponiert werden. Dies führt zu drastisch steigenden Preisen. Aktuell werden nach internen Recherchen für die Entsorgung von Industriemüll pro Tonne bis zu 200 EUR verlangt.

Seiten 100 - 101

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.02.2006.100

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