Inhalt » Archiv » Ausgabe 05/2008 » Müll weckt Begehrlichkeiten – Chancen und Risiken der deutschen Abfallwirtschaft

Müll weckt Begehrlichkeiten – Chancen und Risiken der deutschen Abfallwirtschaft

Future demands and perspectives of the german waste management sector

Die europäische Abfallwirtschaft ist noch weit entfernt von den Ansprüchen, Deponieraum zu schließen, mehr Recycling zuzulassen und konkrete Ziele für mehr Ressourcenschonung festzulegen. Anfänge sind sicher in der Abfallvermeidungs- und Recyclingstrategie sowie der Abfallrahmenrichtlinie der EU gemacht. Noch immer sind jedoch die Standards in der EU-27 zu unterschiedlich, herrscht Kirchturmdenken vor (s. strenge Auslegung der Autarkie) und werden zu viele Ausnahmen von der Deponierichtlinie (vgl. Bsp. Großbritannien und Griechenland: Ausnahmegenehmigungen zur Deponierung bis 2020) zugelassen. Dies führt nicht nur zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, sondern auch zu vermehrten Mülltransporten in die Länder niedriger Standards statt in Anlagen hoher Standards. Dadurch und durch Fehlplanungen entstehen in Deutschland zunehmend Überkapazitäten. Zudem gehen vor allem den Ländern Mitteleuropas wertvolle Sekundärrohstoffe, die aufgrund angespannter Rohstofflage dringend notwendig wären, verloren.

Auf dem Weg hin zu einer europäischen Entsorgungs- und Recyclinggesellschaft müssen neue wirtschaftliche Entwicklungen wie die Verschärfung der Rohstoffsituation sowie weitere anspruchsvolle Herausforderungen an die Industrie (z. B. Klimaschutz) unbedingt im Blick bleiben. Denn: Den Recyclingverfahren darf auf der einen Seite nicht der Input verloren gehen, sie dürfen auf der anderen Seite aber auch nicht durch unangemessene Stoffvorschriften (gl. REACH- Verordnung) unnötig verteuert werden. Recyclingindustrie muss in Europa Bestandsschutz genießen!

The European waste economy is still far away from the demand to decrease disposal and increase recycling. The task to save resources is also still far away. Although we have some first steps in the European waste recycling strategy and in the revision of the waste framework directive. Still, however, the standards in the EU-27 are too different. For example we have a lot of exeptions in the landfill directive (eg. Great Britain and Greece, landfilling is possible until 2020). This leads to significant distortions of competition, but also to increased waste shipments. We watch more waste movements (legal and illegal) to countries with lower standards (to Asia or Eastern Europe), but we need more shipments in plants with high standards. These developments and misplaning of the companies are the reasons for overcapacities in Germany in 2008.

Another fact is that we export more and more valuable materials as used cars (as non-waste), used electronic devices (often illegal) or secondary raw material (like paper, plastic, glass) in countries in Asia or Africa. The raw materials out of these waste streams are lost for the German and European industry. On the way to a European recycling society, new economic and legal demands come out. Climate protection and REACH regulation are only some of the most important things, industry have to keep in mind. The European companies must fulfill a lot of quality standards and because of these efforts the prices for recycling processes rise last years. But: The recycling process must on the one hand be competitive on the other hand the input should not be get lost. Recycling industry in Europe has to be protected and should stand as an example for the whole world!

Seiten 241 - 244

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.05.2008.241

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