Inhalt » Archiv » Ausgabe 08/2007 » Rückgewinnung von Phosphat aus Abwasser und Klärschlamm mit dem Peco-Verfahren

Rückgewinnung von Phosphat aus Abwasser und Klärschlamm mit dem Peco-Verfahren

Angesichts der zunehmende Verknappung der globalen Phosphorreserven wird die Rückgewinnung von Phosphat aus Abwässern und Klärschlämmen zukünftig unweigerlich an Bedeutung gewinnen. Einer der z. Z. vielversprechendsten Ansätze besteht in der Ausfällung von Phosphat als Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP).

Dabei werden die Kosten des Verfahrens maßgeblich durch die Bereitstellung von magnesiumhaltigem Betriebsmittel bestimmt, welches allein etwa 34 % des kalkulatorischen Gesamtwertes des Fällproduktes MAP ausmacht. Ist darüber hinaus noch eine vorhergehende Extraktion von Phosphat aus Klärschlamm erforderlich, erhöhen sich durch den meist physikalisch-chemischen Aufschluss die Kosten weiter.

Das Peco-Verfahren sieht für die Phosphat-Extraktion eine gezielte biologische P-Remobilisierung unter anaeroben Bedingungen vor. Hierbei wurden bisher Rücklöseraten bis ca. 70% des gesamten im Schlamm fixierten Phosphats erreicht. Die anschließende Phosphat-Fällung als MAP erfolgt mit Meerwasser als kostenneutrale Magnesiumquelle. Bei einem stöchiometrischen Verhältnis Mg:P von 1 lässt sich hierbei eine quantitative Produktausbeute von über 95 % erzielen.

Die Kombination aus erhöhter P-Remobilisierung und Nutzung des kostenneutralen Betriebsmittels Meerwasser führt zu einer signifikanten Verbesserung der Gesamtwirtschaftlichkeit der MAP-Fällung gegenüber der herkömmlichen Verfahrensweise. So können die spezifischen Produktionskosten für die Herstellung des Marktprodukts MAP (in Abhängigkeit des Remobilisierungsgrades) bei Verwendung von Meerwasser bis zu 40 % unter denen bei Verwendung von MgO liegen. Damit lässt sich MAP zu Gestehungskosten produzieren, die durchaus unterhalb des kalkulatorischen Marktwertes liegen können, wobei diese bei der herkömmlichen Verfahrensweise üblicherweise deutlich höher sind.

Seiten 380 - 386

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.08.2007.380

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