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Simulation des Rotteprozesses in mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen
Die Modellierung und Simulation von mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen ist ein neuer Ansatz zur Auslegung und Optimierung von Prozessen, die eine zunehmende Relevanz in der Abfallwirtschaft besitzen. Basierend auf einer umfassenden Anlagenbilanzierung kann ein mathematisches Modell des biologischen Behandlungsprozesses so angepasst werden, dass eine Verwendung für die Anlagensimulation ermöglicht wird. Mit Hilfe der Simulation kann der Betrieb der Anlage hinsichtlich der biologischen Abbauleistung und der Materialtrocknung nicht nur wirklichkeitsnah beschrieben sondern auch optimiert werden. Eine Übertragung des Modells auf unterschiedliche Anlagenkonfigurationen ist problemlos möglich.
Die Simulation wird in vielen industriellen Bereichen bereits als Werkzeug zur Auslegung und Optimierung von Anlagen eingesetzt. Dies gilt für die chemische Verfahrenstechnik ebenso wie die klassische Mineralaufbereitung und nicht zuletzt für komplexe Produktionsabläufe wie etwa in der Automobilindustrie. Für den Bereich der Aufbereitung von Abfällen sind derzeit keine Softwarepakete verfügbar, die den Planungs- und Optimierungsprozess für Anlagen effektiv unterstützen.
Voraussetzung für die Entwicklung von Simulationswerkzeugen, die eine zuverlässige Vorhersagefähigkeit über einen engen Parameterbereich hinaus besitzen, ist die angemessene Modellierung der zugrundeliegenden Prozesse. Die mathematische Beschreibung der verschiedenen Prozesse wird unter Einbeziehung relevanter Einflussgrößen in einem Modell zusammengefasst. Das Modell enthält Parameter, die nicht unmittelbar aus den Betriebsdaten der Anlage oder aus Literaturangaben in der Literatur bestimmt werden können. Diese Parameter sind im Rahmen eines Anpassungsverfahrens so festzulegen, dass die Modellaussagen mit den Bilanzdaten aus realen Prozessen in Übereinstimmung gebracht werden können.
Das Modell kann nun für die Simulation des Prozesses unter variierenden Bedingungen eingesetzt werden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, das Verhalten des Prozesses in verschiedenen Betriebssituationen abzuschätzen, für die keine Erfahrungswerte zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Neuplanung oder Optimierung von Anlagen können beispielhaft unterschiedliche Konfigurationen verglichen werden.
Seiten 452 - 455
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.08.2001.452
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