Inhalt » Archiv » Ausgabe 10/2009 » Urban Mining – Rohstoffe der Zukunft

Urban Mining – Rohstoffe der Zukunft

Die derzeitige Situation der Rohstoffversorgung wird am Beispiel von Energierohstoffen, Metallen und Industriemineralien dargestellt. Wichtige Rohstoffe wie Kupfer oder Phosphor sind nur noch für einen begrenzten Zeitraum aus natürlichen Lagerstätten verfügbar. Als nahe liegende urbane Quellen kommen vor allem alte Hausmülldeponien (Metalle, Kunststoffe, Holz), Rückstände aus metallurgischen Prozessen (seltene Metalle), Klärschlämme (Phosphor) sowie Abfälle aus der Bauwirtschaft (Eisen, Kupfer, Holz, Mineralien) in Frage. Die darin enthaltenen Wertstoffpotenziale werden anhand der seit 1975 abgelagerten Abfallmengen sowie eines konkreten Beispiels (Schlackenberg in Sulzbach-Rosenberg) abgeschätzt. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Rückbau von Deponien grundsätzlich machbar ist. Allerdings fehlen aus reichend belastbare Daten in nahezu allen Themenfeldern, die für Entscheidungsträger ausschlaggebend sind. Es wird empfohlen, auf Basis einer umfassend validierten Datensammlung, ggf. mit Vervollständigung der Daten durch ergänzende Analysen und Messungen, eine Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (SWOT) durchzuführen. Auf dieser Basis können Konzeptionen zum Deponierückbau, differenziert nach unterschiedlichen Deponietypen und -sicherheitsstandards, entwickelt werden. Bestandteil dieses Vorhabens sollte auch die Entwicklung und Bereitstellung eines multivariablen Grenzkostenmodells sein, mit dessen Hilfe aufgezeigt werden kann, unter welchen ökonomischen Eckdaten sich der Deponierückbau gegenüber den konventionellen Optionen wirtschaftlich gleichwertig oder vorteilhaft darstellt.

The current situation of raw materials supply is described for energy feedstocks, metals and industrial minerals. Raw material s like copper or phosphorus have a limited availability from natural reservoirs. Possible urban sources are landfills (metals, plastics, wood), metallurgical slags (rare metals), sewage sludge (phosphorus) and demolition waste (iron, copper, wood, minerals). Their resource potentials are estimated from landfilling since 1975 and by instance of the slag dump at Sulzbach-Rosenberg. The authors come to the conclusion that landfill mining as a matter of principle is feasible. However for the decisionmakers sufficiently verifiable data are still missing in nearly all subject areas. It is recommended to make – on the basis of an extensively validated data pool, which might be completed by supplementary analyses and measurements – a SWOT („S“trengths, „W“eaknesses, „O“pportunities and „T“hreats) analysis. This SWOT analysis is the basis for the development of concepts for landfill mining for different types of landfills. An integral part of the project should also be the development and allocation of a multi-variable marginal cost model. This model allows the identification of economical key data for which landfill mining is – compared to conventional options – under economical aspects equal or beneficial.

Seiten 492 - 501

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.10.2009.492

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