Inhalt » Archiv » Ausgabe 08/2001 » Veränderung der Materialeigenschaften und -struktur von biologisch abbaubaren Folien während der Kompostierung

Veränderung der Materialeigenschaften und -struktur von biologisch abbaubaren Folien während der Kompostierung

Biologisch abbaubare Kunststoffe (BAK) haben in den letzten Jahren ein verstärktes Interesse gefunden, da man diese prinzipiell, sobald sie zum Abfall geworden sind, biologisch über die Kompostierung verwerten kann. BAK sind deshalb für den Einsatz in Bereichen prädestiniert, in denen Kurzlebigkeit und Verschmutzung durch organische Substanzen (z. B. Lebensmittelreste) während des Gebrauchs dominieren, wie u. a. in der Abfallsammlung im Haushalt, der Landwirtschaft und einigen Bereichen der Verpackungsindustrie. Abfallbeutel aus biologisch abbaubaren Kunststoffen sind eine besonders sinnvolle Variante zur Optimierung der Bioabfallsammlung im Haushalt, da ihr Einsatz den Reinigungsaufwand des Vorsortiergefäßes reduziert und sie gleichzeitig mit dem Abfall entsorgt werden können.

Seitens der Abfallwirtschaft wird der Einsatz der neuartigen Produkte aufgrund des Kunststoffcharakters noch kritisch beobachtet. Bei der Kompostierung muss sichergestellt werden, dass diese Materialien unter den realen Bedingungen in Kompostierungsanlagen vollständig und rückstandsfrei abgebaut werden, damit die Qualität der erzeugten Komposte optisch und chemisch nicht beeinträchtigt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits gute Gebrauchseigenschaften von biologisch abbaubaren Abfallbeuteln sowie ihre Kompostierbarkeit (Desintegration) innerhalb der praxisüblichen Rottedauer belegt. Die Desintegrationszeiten der untersuchten Arten von Abfallbeuteln variierten dabei allerdings stark. Diese Untersuchungen ermöglichen jedoch keine Aussagen zu den Abbaumechanismen dieser neuen Werkstoffgeneration.

Um nähere Kenntnisse dazu zu gewinnen, wurden die Zugeigenschaften sowie die mikroskopisch und röntgenologisch erfassbaren Strukturveränderungen von Folien der Sorte Ecoflex nach unterschiedlichen Rottezeiten in einer offenen, unbelüfteten Miete untersucht. Schon nach kurzer Rottezeit wiesen die Folien erheblich verringerte Zugfestigkeiten gegenüber der Neuware auf, selbst wenn sie noch gut erhalten aussahen. Mit zunehmender Rottedauer nahmen die Werte weiter ab. Die mikroskopischen und röntgenologischen Untersuchungen zeigten einen ungleichmäßigen Abbau der Folien an der Oberfläche, was auf einen unterschiedlich schnellen Abbau der verschiedenen Bestandteile der Folie hindeutet. Nach fortgeschrittener Rottedauer gab es auch Hinweise auf eine Verringerung der Kettenlänge. Beide Faktoren führen zu einer Abnahme der Zugfestigkeit, welche die schon nach kurzer Rottedauer unter dem Mikroskop erkennbaren Mikrorisse erklärt. Die Mikrorisse gingen später in Makrorisse über. Letztlich war eine Auflösung der Materialstruktur zu erkennen.

Seiten 480 - 484

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.08.2001.480

Ihr Zugang zur "MÜLL und ABFALL"

  • Sie sind bereits Kunde des eJournal "MÜLL und ABFALL" dann melden Sie sich bitte im Kundenlogin an.
  • Möchten auch Sie Kunde des eJournal "MÜLL und ABFALL" werden, dann bestellen Sie Ihren Zugang noch heute.

Dieses Dokument kaufen

  • schnell informieren: downloaden und lesen
  • auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
  • bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
€ 7,95 *) PDF | 5 Seiten

*) Inkl. gesetzlicher MwSt. von 19%
Anzeige
Newsletter

Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!

Ihre E-Mail-Adresse:
Archiv

Nutzen Sie unser Archiv und recherchieren Sie in den Inhaltsverzeichnissen, Kurz- und Volltexten seit Ausgabe 01/1998

Jahrgang 2012

Jahrgang 2011

Jahrgang 2010

Jahrgang 2009

Jahrgang 2008

Jahrgang 2007

Jahrgang 2006

Jahrgang 2005

Jahrgang 2004

Jahrgang 2003

Jahrgang 2002

Jahrgang 2001

Jahrgang 2000

Jahrgang 1999

Jahrgang 1998