Inhalt » Archiv » Ausgabe 09/2005 » Zusammensetzung und Schadstoffgehalt von Restmüll aus Haushaltungen – Teil I: Methodischer Ansatz

Zusammensetzung und Schadstoffgehalt von Restmüll aus Haushaltungen – Teil I: Methodischer Ansatz

Für die Fortentwicklung einer integrierten Abfallwirtschaft ist die Kenntnis der Siedlungsabfalleigenschaften wesentliche Planungsgrundlage. Um hierzu aktuelle Daten bereitzustellen, wurden in einem Zeitraum von 5 Jahren bayernweit 17 Abfallsortieranalysen, bestehend aus je zwei Kampagnen (Sommer-/Winterhalbjahr), durchgeführt. Grundlage bildete die Auswahl eines Kollektivs repräsentativer Gebietskörperschaften nach Besiedlungsdichte und abfallwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Innerhalb der Gebietskörperschaften erfolgte eine Differenzierung (Schichtung) nach ländlichen/Stadtrand, städtischen und innerstädtischen Siedlungsstrukturen. Die Sortierungen erfolgten vor Ort unter Einsatz einer Mobilen Abfallsortieranlage. An zuvor entsprechend der Schichtungsmerkmale festgelegten Adressen wurden im Zuge der regulären Müllabfuhrtermine Stichprobeneinheiten à 1,1 m3 gewonnen. Die Sortierung umfasste eine maschinelle Klassierung in Fein- und Mittelmüll und eine anschließende manuelle Zuordnung des Grobmülls zu 47 weiteren Sortierfraktionen. Zur Probengewinnung für die physikalisch-chemische Analytik wurden die Sortierfraktionen nach stofflicher Ähnlichkeit zu 16 Analysestoffgruppen zusammengefasst. Die Abfallzusammensetzung auf Ebene der Stichprobeneinheiten wurde aus den Massenanteilen der einzelnen Sortierfraktionen erhalten. Bei der Ermittlung des einwohnerspezifischen jährlichen Restmüllaufkommens von Bayern wurden verschiedene Gewichtungsverfahren gegenüber gestellt. Mit Werten zwischen 103 und 113 kg/(E · a) zeigten sich – auch im Vergleich zur bayerischen Abfallbilanz – relativ geringe Abweichungen. Somit bilden die Sortierdaten eine belastbare Basis für die Identifikation von Einflussfaktoren der Abfall zu - sammensetzung und für die Bewertung physikalisch-chemischer Eigenschaften sowie von Schadstoffkonzentrationen und -frachten des Restmülls.

Seiten 472 - 479

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.MUELLundABFALL.de/MUA.09.2005.472

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